Mithilfe des Moduls Erweiterter Bestellvorschlag kannst du den tatsächlichen Nachschubbedarf deiner Artikel ermitteln. Dieses Modul verfügt also über einen größeren Funktionsumfang als der reguläre Bestellvorschlag. In Xentral kannst du grundsätzlich zwei Beschaffungswege planen:
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Welche Teile über Bestellungen eingekauft werden müssen: Das erfährst du in diesem Artikel!
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Welche Teile selbst produziert werden müssen: Dies wird im Artikel zum Thema Poduktionsplanung detailliert erläutert.
Um deinen Bestellbedarf zu ermitteln, kannst du zwischen verschiedenen Berechnungsgrundlagen wählen - dies sind Bedarfe aus Mindestmengen, Aufträgen oder Produktionen.
Tipp
Video-Tutorial: Dein schneller Einstieg in den erweiterten Bestellvorschlag
Möchtest du dir innerhalb weniger Minuten einen Überblick über die Funktionen und die Nutzung des erweiterten Bestellvorschlags in Xentral verschaffen? Dann ist unser Video-Tutorial genau das Richtige für dich. Schau es dir gleich an!
Öffne das Menü Einkauf > Erweiterter Bestellvorschlag, um die Bedarfe für deine Artikel zu berechnen. Im ersten Schritt kannst du auswählen, für welche Artikel du den Bedarf ermitteln möchtest.
Wichtig
Damit dein Bestellvorschlag berechnet werden kann, müssen in den Artikelstammdaten Einkaufspreise für den jeweiligen Lieferanten hinterlegt sein. Weitere Informationen dazu findest du im Artikel Artikelstammdaten pflegen.
Im oberen Bereich des Menüs Einkauf > Erweiterter Bestellvorschlag hast du die Möglichkeit, Kriterien für die Erstellung des Bestellvorschlags pro Artikel auszuwählen.
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Aktiviere die Option alle Artikel aus Stammdaten, um einen Gesamtüberblick über sämtliche in Xentral gepflegten Artikel zu erhalten.
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Aktiviere alternativ die Option nur durch Bestellvorschlag hinzugefügte Artikel anzeigen um nur die Artikel anzuzeigen, für die aktuell ein Bedarf vorliegt - so schaffst du dir eine gezielte Übersicht über die Artikel, die nachbestellt werden müssen.
Zusätzlich kannst du weitere Filter setzen, zum Beispiel, wenn du nur Produktionen planen oder nur Bestellungen anlegen möchtest. Diese Filteroptionen werden in der folgenden Tabelle erläutert.
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Filteroption |
Erläuterung |
|---|---|
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Nur Produktionsartikel |
Zeigt nur Artikel, die nicht zugekauft, sondern durch eine Produktion erzeugt werden. Sie sind durch das Kennzeichen Produktionsartikel markiert. Du benötigst diese Option für die Produktionsplanung. |
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Nur Material / ohne Produktionsartikel |
Hier kannst du auf Einzelkomponenten filtern, also Artikel, bei denen das Kennzeichen Produktionsartikel nicht aktiviert ist, weil sie zugekauft werden. Aktiviere diese Option, wenn du nur Bestellungen anlegen möchtest. |
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Ohne Aufträge mit Bestellung |
Es gibt Kundenaufträge, die direkt mit einer zugehörigen Bestellung verknüpft sind. Aktiviere diese Option, wenn sie hier nicht angezeigt werden sollen. |
Die mithilfe der oben beschriebenen ausgewählten Artikel werden dann wie folgt in der Übersicht des Menüs Einkauf > Erweiterter Bestellvorschlag aufgelistet.
Wichtig
Die angezeigten Artikel sind zunächst nur eine leere Vorlage und dienen als Ausgangspunkt. Die eigentliche Bedarfsberechnung wird erst im nächsten Schritt durchgeführt!
Es gibt verschiedene Berechnungsgrundlagen (auch als Berechnungsläufe bezeichnet), die du einzeln oder nacheinander ausführen kannst. Du findest sie im Feld Basis des Menüs Einkauf > Erweiterter Bestellvorschlag. Wie genau die einzelnen Berechnungslogiken funktionieren, erklären wir im Kapitel Bedarfe berechnen. Zunächst möchten wir dir aber in der folgenden Tabelle noch weitere Filtermöglichkeiten für die Bedarfsberechnung zeigen.
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Filteroption |
Erklärung |
|---|---|
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Lieferant |
Wenn du den Bedarf für einen bestimmten Lieferanten ermitteln möchtest, kannst du den Filter im Feld Lieferant setzen. Es werden dir alle Produkte angezeigt, für die bei diesem Lieferanten ein Einkaufspreis gepflegt ist. |
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Tage einbeziehen von bis |
Wenn du als Basis Aufträge oder Produktionen verwendest, dann kannst du hier den Zeitraum über das Belegdatum eingrenzen. Für die Basis Mindestmengen brauchst du diesen Belegfilter nicht. Dieser Zeitfilter wirkt sich nur auf die Berechnung der vorgeschlagenen Bestellmenge aus. Er hat keine Auswirkung auf die Anzeige in den Spalten Bedarf letzte X Tage und Bedarf nächste X Tage. |
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Suchfeld neben dem Feld Basis |
Wenn du als Basis Aufträge oder Produktionen verwendest, dann kannst du hier einzelne Belege auswählen. Es wird dann nur der Bedarf berechnet, der aus diesem Beleg resultiert. Für die Basis Mindestmengen brauchst du diesen Filter nicht und er wird dementsprechend auch nicht angezeigt. |
Wichtig
Wenn du mehrere Berechnungsläufe durchführst, ist die Einhaltung der Reihenfolge entscheidend für die Ausgabe eines korrekten Ergebnisses!
Grundsätzlich empfehlen wir dir, als erstes den Bedarf aus Produktionen zu ermitteln. Du verwendest keine Produktionen? Dann beginn damit, Mindestmengen aufzufüllen.
Mit Auswahl der Option Nur offene Produktionen verwenden aus dem Dropdown-Menü Basis ermittelt der Bestellvorschlag die Bedarfe, die sich aus offenen Produktionsaufträge ergeben. Es handelt sich also um Komponenten, die bestellt werden müssen, damit deine Produktionen durchgeführt werden können.
Über die Filter Tage einbeziehen von und Bis im oberen Abschnitt kannst du eingrenzen, welche Produktionen in der Bedarfsermittlung berücksichtigt werden sollen.
Dabei werden dir folgende Informationen angezeigt:
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Falls es selbst ein Produktionsartikel ist: Menge, die aktuell in Fertigung ist
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Falls der Artikel in Produktionen benötigt wird: in Klammern () die Menge, die für aktuell geplante Produktionen benötigt wird
Anwendungsbeispiel:
Du handelst mit Nüssen und planst den Bedarf für deinen Produktionsartikel “Nuss-Mix”. Der Nuss-Mix wird gerade 2x produziert, so dass nach Abschluss der Fertigung ein Bestand von 2 Stück Nuss-Mix eingelagert werden kann. Es sind also 2 Stück im Zulauf. Diese Menge wird dir in der Spalte in Produktion angezeigt.
Weiterhin ist der Nuss-Mix Teil deines Geschenksets, das du ebenfalls anbietest. Es ist eine Produktion angelegt, die ein Geschenkset produzieren soll. Es gibt also 1 Stück, das für eine weitere Produktion benötigt wird. Der Bedarf aus offenen Produktionen ist also 1 und wird dir in der Spalte in Produktion in Klammern angezeigt.
Wähle im Dropdown-Menü Basis die Option Mindestmengen aus und klicke auf Starten.
Xentral prüft, nun welche Menge beschafft werden muss, um den am Artikel hinterlegten Mindestbestand zu erreichen. Dabei wird folgende Berechnung durchgeführt:
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Mindestlagermenge = Gewünschter Lagerpuffer (z.B. 100 Stück)
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Lagerbestand = Aktuell vorhandene Menge im Lager (z.B. 0 Stück)
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Offene Bestellungen = Bereits bestellte, aber noch nicht gelieferte Menge (z.B. 5 Stück)
-
Bedarf = Menge, die noch bestellt werden muss
Bedarf = Mindestlagermenge - (Lagerbestand + offene Bestellungen)
Bedarf = 100 - (0 + 5) = 95
Um nachzuvollziehen, wie das konkret in Xentral aussieht, schauen wir uns das Beispiel konkreter an.
Im Tab Details der Artikelstammdaten findest du im Bereich Lager/Abmessungen das Feld Min. Lagermenge. Hier trägst du die Lagermindestmenge ein.
Im Tab Lager sehen wir die aktuelle Bestandssituation. Es befinden sich keine Artikel mehr auf Lager, aber 5 Stück wurden schon nachbestellt und warten auf Lieferung.
Führen wir nun die Berechnung auf Basis der Mindestmengen durch, erhalten wir im Bestellvorschlag die Vorschlagsmenge von 95 aus der Beispielrechnung.
In unserem Beispiel fügen wir im nächsten Schritt noch die Bedarfe auf offenen Aufträgen hinzu. Im folgenden Kapitel erfährst du, wie das funktioniert.
Wir fügen nun noch die Bedarfe, die sich aus offenen Kundenaufträgen ergeben, hinzu. Wähle dafür im Dropdown-Menü Basis die Option Nur offene Aufträge verwenden aus. Als Nächstes definierst du einen einen Zeithorizont über die Felder Tage einbeziehen von und Bis.
Es werden in der Berechnung also nur die Aufträge berücksichtigt, deren Auftragsdatum im gefilterten Zeitraum liegt und die noch nicht abgeschlossen sind.
Für unseren Beispielartikel liegt ein Auftrag über 2 Stück vor, der noch offen ist. Dieser offene Bedarf wird im Tab Lager in den Artikelstammdaten dargestellt. Im Artikel selbst haben wir im Tab Details eine Mindestbestellmenge von 10 Stück festgelegt.
Unserem Bestellvorschlag wird nun - zusätzlich zur vorherigen Berechnung - noch eine Bedarfsmenge von 10 Stück hinzugefügt, die sich aus den offenen Aufträgen (2 Stück) und der Mindestbestellmenge (10 Stück) ergeben. Zusätzlich zu den vorher berechneten 95 Stück ergibt sich nun eine kumulierte Vorschlagsmenge von 105 Stück.
Scrolle nach unten und klicke auf Bestellung(en) erzeugen, um die Bestellung direkt anzulegen.
Du hast Aufträge mit längeren Lieferzeiten oder mit unterschiedlichen Lieferzeiten der einzelnen Positionen? Dann wähle im Dropdown-Menü Basis die Option Nur offene Aufträge verwenden (Wunschlieferdatum, Liefertermin verwenden) aus. Die Berechnungslogik ist dieselbe wie bei der Option Nur offene Aufträge verwenden: Es werden die Bedarfe aus offenen Aufträgen berücksichtigt. Der Unterschied liegt darin, dass der Zeitraum nicht nach dem Auftrags-, sondern nach dem jeweiligen Lieferdatum gefiltert wird.
Bei dieser Berechnungsbasis wird immer das bestmögliche Datum berücksichtigt – je nachdem, welche Informationen im Auftrag hinterlegt sind. Die Reihenfolge dabei ist:
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Lieferdatum aus der Auftragsposition: Diese Information findest du im Auftrag unter Details > Positionen > Spalte: Lieferdatum.
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Wunsch Liefertermin des gesamten Auftrags: Diese Information findest du im Auftrag unter Details > Allgemein.
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Auftragsdatum (falls kein Lieferdatum gepflegt ist): Diese Information findest du im Auftrag unter Details > Allgemein.
Es werden alle Artikel vorgeschlagen, die sich in bereits abgeschlossenen Aufträgen befinden.
Das ist praktisch, um Artikel nachzubestellen, die sich bewährt haben oder regelmäßig verkauft wurden, auch wenn gerade keine offenen Aufträge vorliegen. Oder wenn du ein saisonales Geschäft hast und das diesjährige Weihnachtsgeschäft auf Basis des Vorjahres planen möchtest.
Am Ende der Berechnung wird dir der Bestellvorschlag in einer Tabelle angezeigt. Hier siehst du alle wichtigen Informationen, die das System auf Basis deiner Einstellungen ermittelt hat. In den folgenden Abschnitten erklären wir dir, was die einzelnen Spalten bedeuten und wie das Ergebnis zustande kommt.
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Spaltenname |
Erläuterung |
|---|---|
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Artikel-Nr. |
Die Artikelnummer des Produkts in Xentral. |
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Artikel |
Die Artikelbezeichnung des Produkts in Xentral. |
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Lager |
Anzahl der Artikel, die aktuell auf Lager sind (inklusive Bestand auf Sperrlagerplätzen) |
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Min. Lager |
Falls du in den Artikelstammdaten eine Mindestlagermenge festgelegt hast, wird diese Information hier angezeigt. |
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Min. Bestellung |
Falls du in den Artikelstammdaten eine Mindestbestellmenge festgelegt hast, wird diese Information hier angezeigt. |
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Im Auftrag |
Anzahl der Artikeleinheiten, die aktuell in offenen Aufträgen enthalten sind. |
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In Produktion |
Anzahl der Artikel, die sich aktuell in Produktion befinden. Wird der Artikel als Komponente in einer anderen Produktion benötigt, so wird dieser Bedarf in Klammern () angezeigt. |
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In Bestellung (nicht vers.) |
Anzahl der Artikel, die bereits in laufenden Nachbestellungen enthalten sind. Wenn es Bestellungen gibt, die zwar angelegt, aber noch nicht versendet wurden, dann erscheint ein entsprechender Hinweis und die Menge wird in Klammern () angezeigt. |
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Bedarf |
Der Bedarf ergibt sich aus dem aktuellen Lagerbestand (Spalte Lager) minus der Mindestmenge (Spalte Min. Lager) und abzüglich der Mengen, die bereits bestellt wurden. In der Spalte Bedarf siehst du also auf einen Blick, wie viele Einheiten Xentral noch zur Bestellung vorschlägt. Der hier angezeigte Wert wird also aufgrund folgender Formel berechnet: Bedarf = Lager – Min. Lager + In Bestellung (nicht vers.) |
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Bedarf letzte X Tage |
Menge der Artikel, die bereits in Aufträgen erfasst sind und deren Liefertermin in dem betrachteten Zeitraum (X Tage) lag. Wenn kein Lieferdatum für die Position hinterlegt ist, wird das Lieferdatum des Auftrags verwendet – und falls auch das fehlt, das Auftragsdatum. Für den Zeitraum zählt allein, was in der Spaltenüberschrift steht, Bedarf 30 Tage zeigt dir also alle Bedarfe aus den letzten 30 Tagen. Die Filter Tage einbeziehen von und Bis haben hier keine Auswirkung. |
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Bedarf nächste X Tage |
Menge der Artikel, die bereits in Aufträgen erfasst sind und deren Liefertermin in der Zukunft (X Tage) liegt. Wenn kein Lieferdatum für die Position hinterlegt ist, wird das Lieferdatum des Auftrags verwendet – und falls auch das fehlt, das Auftragsdatum. Für den Zeitraum zählt allein, was in der Spaltenüberschrift steht, Bedarf 30 Tage zeigt dir also alle Bedarfe aus den nächsten 30 Tagen. Die Filter Tage einbeziehen von und Bis haben hier keine Auswirkung. |
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Staffel |
Hier wird die Preisstaffel angezeigt, sofern du eine Preisstaffel in den Stammdaten des entsprechenden Lieferanten festgelegt hast. Im editierbaren Feld siehst du die Menge, die Xentral dir als Bestellmenge vorschlägt. Du kannst sie bei Bedarf manuell überschreiben. |
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VK |
Der Verkaufspreis des Artikels aus den Artikelstammdaten. Staffelpreise werden hier ebenfalls angezeigt. |
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Menü |
Im Tab Einstellungen des Menüs Einkauf > Erweiterter Bestellvorschlag kannst du festlegen, dass hier hier ein Link angezeigt werden soll, der dich beispielsweise direkt zu den Artikelstammdaten führt. Wenn du einen Link definiert hast, wird er dir hier mit einem Pfeil angezeigt. |
Wichtig
Beachte bei der Verwendung der oben beschriebenen Staffeln zwingend folgende Einschränkung:
Die in den Artikelstammdaten gespeicherte Lieferzeit wird hier zwar angezeigt, jedoch nicht für die Bedarfsplanung berücksichtigt. Das bedeutet, dass die Lieferzeit des Artikels keinen Einfluss auf die angezeigten Informationen hat. Achte daher besonders auf Artikel, die lange Lieferzeiten bei deinem Lieferanten haben, um Engpässe zu vermeiden und die Bestellung frühzeitig auszulösen.
Du willst deine Berechnung nochmal komplett neu starten oder einzelne Berechnungsschritte rückgängig machen?
Per Klick auf Bestellvorschlag zurücksetzen oben rechts kannst du bei Bedarf alle zuvor in den Bestellvorschlag geladenen Artikel wieder aus der Liste löschen. Damit wird die Auswahl jeglicher Produkte zurückgesetzt, also die Checkboxen links in der Produkttabelle deaktiviert.
Du willst nur eine Berechnung löschen, zum Beispiel den Bedarf aus offenen Aufträgen?
Im oberen Bereich wird angezeigt, welche Berechnungsläufe durchgeführt wurden - in diesem Fall die Mindestmengen und die offenen Aufträge. Über Mengen entfernen kannst du den jeweiligen Berechnungslauf jederzeit wieder rückgängig machen.
Unterhalb der Filter und Hinweise befindet sich eine Übersicht über die Anzahl der unterschiedlichen Artikel und Lieferanten sowie der kumulierte Betrag für alle markierten Artikel. Dieser Betrag berechnet sich aus den Mengen in der Spalte Bedarf multipliziert mit dem Einkaufspreis des Artikels.
Passt alles? Dann klicke auf Bestellung anlegen, um eine Bestellung anzulegen. Dir wird im nächsten Schritt noch eine Zusammenfassung gezeigt, welche Positionen in die Bestellung übernommen werde, bevor sie final angelegt wird. Pro Lieferant wird daraufhin eine Bestellung erzeugt.
Anmerkung
Der angezeigte kumulierte Betrag deines Bestellvorschlags kann von dem finalen Betrag der auf Basis des Bestellvorschlags erstellten Bestellungen abweichen. Grund dafür ist, dass sich dein Bedarf nicht mit der erforderlichen Mindestbestellmenge des Lieferanten deckt. Ist die Mindestbestellmenge deines Lieferanten höher als dein Bedarf, wird die Bestellung mit der Mindestbestellmenge angelegt.
Öffne im Menü Einkauf > Erweiterter Bestellvorschlag das Tab Einstellungen, um bei Bedarf weitere Einstellungen für das Modul vorzunehmen.
So kannst zu beispielsweise Bedarfsstaffeln definieren, für die der künftige Artikelbedarf auf Basis der freigegebenen Aufträge oder Rechnungen in Xentral angezeigt wird, oder individuell benötigte Spalten für die Artikelübersicht konfigurieren.
Wichtig
Beachte bei der Verwendung von Bedarfsstaffeln zwingend folgende Einschränkung:
Die in den Artikelstammdaten gespeicherte Lieferzeit wird hier zwar angezeigt, jedoch nicht für die Bedarfsplanung berücksichtigt. Das bedeutet, dass die Lieferzeit des Artikels keinen Einfluss auf die angezeigten Informationen hat. Achte daher besonders auf Artikel, die lange Lieferzeiten bei deinem Lieferanten haben, um Engpässe zu vermeiden und die Bestellung frühzeitig auszulösen.
Die folgende Tabelle enthält genauere Informationen zu den verfügbaren Einstellungen.
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Einstellung |
Erläuterung |
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|---|---|---|
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Bedarfsstaffel nächste X Tage |
Erstelle einen Bedarfsstaffel für die nächsten X Tage, indem du hier die gewünschte Anzahl an Tagen (hier: 30) eingibst. Anschließend wird die Staffel als zusätzliche Spalte im Tab Übersicht angezeigt. Die Artikelmenge, die in dieser Spalte angezeigt wird, errechnet sich dabei aus den Artikeleinheiten, die in offenen Aufträgen enthalten sind und deren Lieferdatum in diesem Zeitraum liegt. Wurde für die einzelne Position eines Auftrags kein eigenes Lieferdatum definiert, so wird das Lieferdatum des Auftrags herangezogen. Ist diese Information ebenfalls nicht gepflegt, wird das Auftragsdatum verwendet. |
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Bedarfsstaffel letzte X Tage |
Erstelle eine Bedarfsstaffel für die nächsten X Tage, indem du hier die Anzahl der gewünschte Anzahl an Tagen (hier: 30) eingibst. Anschließend wird die Staffel als zusätzliche Spalte im Tab Übersicht angezeigt. Die Artikelmenge, die in dieser Spalte angezeigt wird, errechnet sich dabei aus den Artikeleinheiten, die in offenen Aufträgen enthalten sind und deren Lieferdatum in diesem Zeitraum liegt. Wurde für die einzelne Position eines Auftrags kein eigenes Lieferdatum definiert, so wird das Lieferdatum des Auftrags herangezogen. Ist diese Information ebenfalls nicht gepflegt, wird das Auftragsdatum verwendet. |
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Bedarf letzte Tage beziehen auf |
Diese Einstellung ist nur relevant, wenn du die vorherige Einstellung Bedarfsstaffel letzte X Tage nutzt. |
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Dynamische Lagermindestmengenberechnung aktivieren |
Aktiviere diese Option, um einen dynamisch berechneten Mindestlagerwert für jeden Artikel des Bestellvorschlags in der Spalte Min. Lager des Tabs Übersicht anzuzeigen. Hierzu sind einige zusätzliche Voreinstellugen in Xentral erforderlich. Alle Informationen zu den benötigten Einstellungen und den zugrundeliegenden Berechnungen findest du im Kapitel Dynamische Berechnung der Lagermindestmengen einrichten. |
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Artikelbilder anzeigen |
Aktiviere diese Option, um das Hauptartikelbild des jeweiligen Artikels im Tab Übersicht anzuzeigen. Das Artikelbild findest du in diesem Fall links der Spalte Artikel. |
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Zusatzfelder erw. Bestellvorschlag |
Optional: Wähle in den Dropdown-Menüs Spalte 1 bis Spalte 5 aus, welche zusätzlichen Spalten im Tab Übersicht angezeigt werden sollen. Dies macht Sinn, wenn du Freifelder nutzt, um individuelle Artikelinformationen in Xentral zu hinterlegen und diese auch beim erweiterten Bestellvorschlag auf einen Blick sehen möchtest. TippWeitere Informationen zu Freifeldern für Artikel findest du im Kapitel Benutzerdefinierte Felder (Freifelder) für Artikel, Adressen, Projekte und Belege. |
Xentral bietet die Möglichkeit, Lagermindestmengen dynamisch zu berechnen – basierend auf den vergangenen Bedarfen eines Artikels. So kann das System automatisch ermitteln, welche Mindestmenge sinnvoll ist, um rechtzeitig Nachbestellungen auszulösen. In den folgenden Kapiteln zeigen wir dir, wie du die dynamische Berechnung von Lagermindestmengen aktivierst.
Gehe wie folgt vor, um die dynamische Berechnung von Lagermindestmengen zu aktivieren.
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Nutze die Smart Search, um das Modul Freifelder zu öffnen.
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Definiere ein Feld.
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Aktiviere die Option Freifelder im Artikel einblenden.
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Klicke auf Speichern.
Wichtig
Die Auswahl eines Freifelds ist zwingend erforderlich, damit die dynamische Berechnung der Lagermindestmengen in Xentral korrekt durchgeführt wird.
Der dynamische Mindestbestand wird zur Information angezeigt, fließt aber nicht in den automatisch berechneten Bestellvorschlag ein.
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Öffne das Menü Einkauf > Erweiterter Bestellvorschlag.
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Klicke auf das Tab Einstellungen.
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Aktiviere die Option Dynamische Lagermindestmengenberechnung aktivieren.
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Wähle aus dem Dropdown-Menü Dynamische Berechnung speichern in Freifeld das Freifeld in den Artikelstammdaten aus, das du zuvor in Schritt 2 definiert hast. Hier wird das Ergebnis der Berechnung dann angezeigt.
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Klicke auf Speichern.
Die Berechnung wird 1x täglich durch den Prozessstarter Bestellvorschlag ausgeführt. Bei Bedarf kannst du den Zeitpunkt der Ausführung im Menü Einstellungen > Administration > Prozessstarter anpassen. Wir empfehlen dir jedoch, die Standardeinstellung bei 01:30 Uhr zu belassen.
Sobald du die Option aktivierst, findet einmal täglich (über Nacht) folgende Berechnung statt:
Mindestlagermenge = (Bedarfsstaffel letzte X Tage / Anzahl Tage) x (Lieferzeit Standard)
Gehen wir die Berechnung einmal am Beispiel durch:
Die Bedarfsstaffel letzte X Tage bestimmst du ebenfalls selbst in den Einstellungen des Moduls Erweiterter Bestellvorschlag. Hast du mehrere Bedarfsstaffeln definiert, so wird immer der erste Eintrag für die dynamische Berechnung verwendet. In unserem Beispiel sind es 10 Tage.
In unserem Beispiel wurden in den letzten 10 Tagen 90 Stück (50+20+20) verkauft, wie wir im Tab Belege der Artikelstammdaten nachvollziehen können.
Die Lieferzeit legst du selbst im gleichnamigen Feld am hinterlegten Einkaufspreis des Artikels unter Artikel > Einkauf fest. Wenn es im Feld Lieferzeit aktuell einen Eintrag gibt, dann rechnet das System mit dieser Zeit, ansonsten mit der Standardzeit.
In unserem Beispiel ist eine Lieferzeit aktuell von 2 Wochen, eine Lieferzeit Standard von 3 Wochen hinterlegt. Es wird also mit 14 Tagen kalkuliert.
Es ergibt sich also folgende Berechnung:
Mindestlagermenge = (Bedarfsstaffel letzte 10 Tage / 10) x (Lieferzeit aktuell 14 Tage)
126 = (90 Stück Bedarf / 10 Tage ) * 14 Tage Lieferzeit aktuell
Dieses Ergebnis wird nach Durchlaufen des Prozessstarters Bestellvorschlag im Freifeld am Artikel angezeigt (Artikel > Tab: Details > Bereich: Weitere Felder).
Warnung
Damit die dynamische Berechnung funktioniert, muss in den Artikelstammdaten ein Lieferant mit einem Einkaufspreis hinterlegt sein und die Option Standardlieferant aktiviert sein.
Wenn im Tab Einstellungen des Moduls Erweiterter Bestellvorschlag die Option Dynamische Lagermindestmengenberechnung aktivieren aktiviert ist, dann wird in der Berechnung des Bestellvorschlags der dynamisch ermittelte Wert in der Spalte Min. Lager angezeigt. Dieser wird auch beim editierbaren Vorschlagswert berücksichtigt.
Ist die Option Dynamische Lagermindestmengenberechnung aktivieren nicht aktviert, dann wird der Wert angezeigt und für die Berechnung weiterverwendet, der im Feld Min. Lagermenge in den Artikelstammdaten hinterlegt ist.
In diesem Beispiel sind am Artikel 90 Stück als Mindestlagermenge definiert.
Dieser Wert wird dann auch im erweiterten Bestellvorschlag in der Spalte Min. Lager angezeigt und fließt in den berechneten Vorschlag ein, der dann übernommen oder nochmal manuell überschrieben werden kann.
Der einfache Bestellvorschlag berücksichtigt grundsätzlich alle Lieferanten, die in den Artikelstammdaten hinterlegt sind oder für die noch offene Bestellungen bzw. Aufträge existieren. Wird ein Lieferant trotz Entfernung der Lieferantenrolle weiterhin im Bestellvorschlag angezeigt, liegt dies daran, dass seine Einkaufsinformationen noch im Artikelstamm hinterlegt sind oder offene Vorgänge mit diesem Lieferanten bestehen. Um einen Lieferanten vollständig aus dem Bestellvorschlag auszuschließen, müssen daher sowohl die zugehörigen Einkaufspreise im Artikelstamm gelöscht als auch alle offenen Bestellungen oder Aufträge mit diesem Lieferanten storniert oder abgeschlossen werden. Alternativ kann der erweiterte Bestellvorschlag genutzt werden, um Lieferanten und Artikel manuell auszuwählen.